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Neue Leber rettete eine Mutter und ihr Ungeborenes
Eine Lebertransplantation bei einer schwangeren Frau ist weltweit sehr selten, in Deutschland war Beate Maier die erste. Heute ist ihre Tochter drei Jahre alt - und gesund.
3. August 2005: Mit rasendem Puls wird Beate Maier ins Klinikum Großhadern eingeliefert.
Diagnose: Akutes Leberversagen. „Gelbsucht, zahlreiche Metastasen und die einsetzende Blutgerinnung ließen uns keinen zeitlichen Spielraum“, erinnert sich Prof. Alexander Gerbes, Stellv. Direktor der Medizinischen Klinik II. Innerhalb weniger Stunden wurde ein Spenderorgan herbeigeschafft, die Operation dauerte 5 Stunden.
Das Besondere daran: Die 35-jährige aus Ottobeuren im Allgäu war schwanger, 13. Woche.
Eine Lebertransplantation bei einer schwangeren Frau ist weltweit sehr selten, in Deutschland war Beate Maier die Erste.
Fraglich war für die Ärzte vor allem, wie das ungeborene Kind auf die Medikamente reagieren würde. „Mir blieb keine andere Wahl, als die Medikamente zu schlucken, sonst wäre ich gestorben“, sagt die Mutter. Die Tochter hat es jedenfalls bestens verkraftet. An Mariä Himmelfahrt, nur elf Tage nach der OP, konnte die glückliche Mutter auf dem Ultraschallbild sehen, wie Franziska mit ihrer winzigen Hand gewunken hat. „Das war für uns das Zeichen, dass sie es geschafft hatte.“
Am 18. Januar 2006 kam Franziska kerngesund zur Welt. Beate Maier kann heute wieder
ihren Beruf als Maschinenbautechnikerin ausüben.
Es ist eine der Erfolgsgeschichten, die seit zwei Jahrzehnten am Leberzentrum im Klinikum
Großhadern geschrieben werden. Mehr als 750 Lebern haben seitdem einen neuen Besitzer gefunden. „Kliniken in der Peripherie können einfach nicht auf solche seltenen Einzelfälle vorbereitet sein“, meint Karl-Walter Jauch, Direktor der Chirurgischen Klinik.
Das Leberzentrum sei der beste Ansprechpartner in akuten Fällen.
Nach wie vor fehlen aber die Spenderorgane.
Täglich sterben im Schnitt drei Menschen, die auf eine Leber warten. Die Entwicklung
des TIPS, einer Gefäßstütze in der Leber, hilft hier besonders: „Damit bringen wir mehr Patienten auf der Warteliste bis zur Transplantation durch“, sagt Gerbes.
Dank dieser und anderer Innovationen liegt die Überlebenschance der Großhaderner
Patienten deutlich über dem europäischen Wert. Die ersten 5 Jahre nach der Transplantation
überleben mehr als 80 Prozent der Betroffenen. So auch der allererste Patient in
Großhadern, dem vor 25 Jahren eine Leber verpflanzt wurde. Mit 85 Jahren genießt
auch er sein Leben ...

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Beate Maier (35), Tochter Franziska
(3) und Prof. Alexander Gerbes, der vor drei Jahren die Lebertransplantation
durchgeführt hatte.
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