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Runder Tisch Organspende Niedersachsen (RTO Nds.)



Landesverband

Nierenkranker,

Dialysepatienten

u. Transplantierter

Niedersachsen e.V.

 


PRESSEINFORMATION

Hannover, den 2. Juni 2006

 


Runder Tisch regt neue Initiativen zur Organspende an
Transplantationsbeauftragte für alle Krankenhäuser


Am Samstag, 3. Juni 2006, findet bundesweit der "Tag der Organspende" statt. Aufgrund der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft wird es diesmal keine Infostände in der Innenstadt von Hannover geben.


Da sich jedoch die Situation der Organspende im vergangenen Jahr weiter verschlechterte, hat sich der Runde Tisch Organspende Niedersachsen (RTO Nds.) Anfang dieser Woche mit einem Brief an die Ministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit des Landes Niedersachsen, Frau Mechthild Ross-Luttmann, gewandt. Darin regt das Aktionsbündnis verschiedener Selbsthilfegruppen ein Landesausführungsgesetz an und fordert die verpflichtende Benennung von Transplantationsbeauftragten mit umfangreichen Kompetenzen in allen niedersächsischen Kliniken mit Intensivbetten, wie sie in immer mehr Bundesländern inzwischen gesetzlich verankert sind.


Während es im Jahr 2005 14,8 Organspender pro Mill. Einwohner im Bundesdurchschnitt gab, waren es in Niedersachsen nur 11,5 im gleichen Zeitraum und damit im zweiten Jahr in Folge weniger Organspender. Unser Bundesland ist damit auf die drittletzte Stelle im Bundesvergleich abgerutscht. Auch die Zahl der Spenderorgane hat sich in allen Bereichen nennenswert reduziert. Nach wie vor beteiligen sich zu wenige Krankenhäuser mit Intensivbetten an der Gemeinschaftsaufgabe Organspende.


Nach Auffassung des Rundes Tisch Organspende Niedersachsen hat sich das Konzept der Benennung von Transplantationsbeauftragten zur Meldung von Organspendern auf freiwilliger Basis nicht bewährt. Insbesondere sind die in Niedersachsen tätigen Transplantationsbeauftragten nicht ausreichend mit Kompetenzen ausgestattet.


Bündelung von Kräften auf allen Ebenen notwendig


Zusätzlich schlägt der RTO vor eine "Initiative Organspende Niedersachsen" zu gründen, die sich aus verschiedenen Institutionen wie z.B. Krankenkassen, Krankenhausgesellschaft, Ministerium, Selbsthilfe und interessieren Einzelpersonen zusammensetzt. Aufgaben dieser Initiative nach dem Muster von vergleichbaren Initiativen in Hessen und Rheinland-Pfalz soll es sein Konzepte zur Verbesserung der Organspendesituation zu erarbeiten und diese umzusetzen.


Unterstützung der Initiative des RTO erbeten


Der Brief an die Frau Ministerin Ross-Luttmann ging auch an die vier Landtagsfraktionen und Frau Gesine Meißner (MdL), die Vorsitzende des Ausschusses für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit des Niedersächsisches Landtages, verbunden mit der Bitte die Anliegen und die Initiativen des RTO aktiv zu unterstützen. Die Mitglieder des Bündnisses hoffen nun auf Gesprächsangebote, um die Problematik darlegen und ihre Initiativen erläutern zu können.


Informieren, entscheiden und darüber reden


Am Samstag, den 10. Juni 2006 ist der RTO Niedersachsen, in der Ladenpassage der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zwischen den Knoten A und B neben der Buchhandlung mit einem Infostand für Besucher der Klinik von 10.00 bis 14.30 Uhr vertreten.
Von 14.00 – 17.00 Uhr finden Besucher des Sommerfestes der MHH (im Innenhof der Kinderklinik) ebenfalls einen Infostand des Bündnisses vor.
An beiden Ständen können Passanten Informationen zur Organspende und entsprechende Ausweise erhalten. Transplantationsbetroffene stehen für Gespräche zur Verfügung.


Einladung zum Dank an die Organspender


Für 15.00 Uhr lädt der RTO Niedersachsen zu einem Ökumenischen Dankgottesdienst in den Andachtsraum der MHH ein. Das Motto lautet "Danke, ach Herr, ich will Dir danken, dass ich Dir danken kann". Pater Dittmar, Kath. Krankenhausseelsorge, wird den Gottesdienst leiten. Pastor Affeld, Osnabrück, wird die Predigt halten.
Organempfänger und deren Angehörige gestalten diese Feier mit einer Lesung und mit Fürbitten. "Zur Andacht ist jeder willkommen", sagt Burkhard Tapp. Ganz besonders gehe die Einladung aber an alle Personen, die sich bei "ihrer Organspenderin" / "ihrem Organspender" bedanken oder seiner gedenken möchten.


Das Aktionsbündnis


Dem "Runden Tisch Organspende Niedersachen" gehören die Regionalgruppe Niedersachsen des Bundesverband der Organtransplantierten e.V. (BDO), die Selbsthilfe nierenkranker Kinder und Jugendlicher e.V., die Selbsthilfe Lebertransplantierter Deutschland e.V., der Deutsche Diabetiker Bund sowie der Landesverband Nierenkranker, Dialysepatienten und Transplantierter Niedersachsen e.V. an. Der Zusammenschluss vertritt rund 25.000 Menschen, die durch ihre Krankheit unmittelbar von einer Organtransplantation betroffen sind beziehungsweise langfristig sein können.

Der "Runde Tisch Organspende Niedersachsen" hat sich zum Ziel gesetzt, die Informationsarbeit zur Organspende in Niedersachsen zu optimieren. Mehr Menschen soll das positive Anliegen – die Hilfe für Schwerkranke durch eine Organspende – nahe gebracht werden. Betroffene sollen schneller eine lebensrettende Transplantation erhalten können. Zugleich bedeutet dies, dass weniger Patienten während der Wartezeit auf ein Spenderorgan sterben müssen.


Weitere Informationen erhalten Sie bei:


- Burkhard Tapp, Bundesverband der Organtransplantierten e.V.,

  Telefon: (0511) 1693285 oder 0175/1635777
- Clemens Brauner, Selbsthilfe nierenkranker Kinder und Jugendlicher e.V.,

  Telefon: (0511) 714412
- Egbert Trowe, Selbsthilfe Lebertransplantierter Deutschland e.V.,

  Telefon: (0511) 2833132
- Dietmar Simoneit, Deutscher Diabetiker Bund, Landesverband Niedersachsen,

  Telefon: (05032) 93 94 11
- Klaus Künne, Landesverband Nierenkranker, Dialysepatienten und Transplantierter

  Niedersachsen e.V., Tel.: (05322) 83444

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